Cholmogory Knochenschnitzerei ist eine einmalige Volkskunstart. Seit mehr als 400 Jahren gewinnen Nordländer den Rohstoff - Knochen von Seehund, Fisch, Walross, versteinerte Mammutknochen -, um einzigartige Knochenschnitzereiwerke zu erzeugen. Die Knochenschnitzer von Cholmogory verwenden sowohl das teuere Elfenbein, das vom Ausland eingeführt wird, als auch gewöhnliche Röhrenknochen von der Kuh, die in den Händen der erfahrenen Meister dem edlen Rohstoff ähnlich werden.
Die besten Knochenschnitzer des 17.Jahrhunderts (Anfang der Entwicklung dieses Gewerbes) waren die Gebrüder Scheschenins, die in der Moskauer Rüstkammer gearbeitet hatten.
Im 18.Jahrhundert erlebte die Cholmogory Knochenschnitzerei ihre Blütezeit, schon damals erzeugten Knochenschnitzer edle Warenstücke aus Elfenbein, Mammut- und Walrossknochen - verschiedene Schatullen, Schachteln, Tabakdosen, kleine Schreibkommoden, Zierbecher, Platten mit Miniaturen, Armreifen und Haarkämme, verziert mit der Schnitzerei.
Alle Gegenstände sind geprägt von auserlesenen Formen, ungewöhnlicher Kombination von durchbrochenem Ornament und Reliefdarstellungen, sowie feiner Arbeitstechnik.
Im 18.Jahrhundert hat die Mode, auf die knöchernen Gebrauchsgegenstände - Haarkämme, Schachspiele, Schatullen, Tabakdosen, Becher, Schachteln, hölzerne mit beingeschnitzten Platten verklebte Schatzkästchen, oft braun, gelb oder orange gefärbt - zum Gedeihen der Knochenschnitzerei beigetragen.
Werke wurden mit Gravierung und durchbrochener Schnitzerei verziert (für die Stärkung der dekorativen Wirkung wurde oft Farbfolie oder Marienglas unterlegt).