Die Höhle "Golubinskij Prowal" befindet sich auf dem rechten Ufer des Flusses Pinega auf dem Territorium des Golubinskij Geologiereservats, ungefähr 17 Kilometer flussabwärts von der Siedlung Pinega. Die Höhlenlänge beträgt 1622 Meter, Fläche - 5627 Quadratmeter, Volumen - 8255 Kubikmeter, Sprunghöhe - 17 Meter.
Der Eingang in die Höhle befindet sich in der Schluchtöffnung, die Tarakanja Schtschelja (deutsch Kakerlakenspalte) heißt. Hier gibt es einen kleinen Aussichtsplatz, der eine schöne Übersicht über die malerischen Felsenwände der Schlucht bietet. Von hier aus beginnt ein steiler mit einer Holztreppe ausgerüsteter Abstieg in die Höhle.
Das Dach der Höhle liegt 17-37 Meter tiefer als der Erdboden, es gibt 3 Schichten der Höhlengänge, die die Entwicklungsphasen der Höhle wiederspiegeln.
"Golubinskij Prowal" beginnt mit einer breiten Eingangsgrotte (Halle), sie ist 9 Meter hoch und umfasst eine Fläche von 15 x 20 Meter. Das Gewölbe senkt sich stufenweise herab. Auf dem Boden liegt grobes Geröll. Aus dieser Grotte laufen einige Höhlengänge aus. Die Höhle ist an diesem Ort so kalt, dass gleich nach der Frühlingsflut die Wasserfläche wieder vereist und auf den Wänden Schneekristalle erscheinen.
30 Meter von der Eingangsgrotte entfernt liegt die Halle "Forum", die vom Westen nach Osten langgezogen ist. Ihre Höhe beträgt etwa 5 Meter, die Fläche umfasst 8 x 24 Meter. Sie hat Arkadenstruktur. Der Erdboden ist eine Akkumulation-Felssohle mit einzelnen Klumpen. Auf dem Erdboden gibt es ein Bachbett, in dem während der Frühlingsflut ein Bach fließt.
Im Nordosten der Halle "Forum" beginnt der 500 Meter lange Haupttunnel. Das Profil ist flacheiförmig, rhombisch und kompliziert. Die Breite variiert sich von 2,5 bis 4 Meter, die Höhe - von 1,2 bis 3 Meter. Der Boden ist teilweise Felssohle, teilweise Akkumulation-Felssohle. An den Wänden sind die Spuren der druckbeaufschlagten Strömungen zu sehen.
Der nördliche Teil des Haupttunnels heißt Metro. Er ist etwa 5 Meter breit, 4 Meter hoch. Das ist der räumigste Teil der Höhle. Im Frühling wird er überflutet. Im entfernten Teil des Tunnels gibt es sogenannte Kamine, vertikale enge Kanäle, die sich in der Decke des Tunnels öffnen. Sie gehören zu den Knotenpunkten der tektonischen Spalten. 15 Meter nördlicher von den 2 aneinanderliegenden Kaminen befindet sich der jüngste Kamin "Rakowina" (deutsch: Muschel): Höhe - 4 Meter, Durchmesser - etwa 1 Meter) mit einer ständig rinnenden Quelle. Das an der Wand des Kamins heruntertropfende Wasser erzeugt in der Stille der Höhle musikalische Klänge. Es hat die Gipswand durchlöchert.
Über den Höhlengang "Metro" erreichen Sie die Kruglyj (deutsch: runde) Halle. Ihre Höhe beträgt 1,5 bis 6 Meter, sie umfasst eine Fläche von 7,5 auf 16, 5 Meter. An der Ostgrenze der Halle liegt die Bruchkante. Das Profil ist flach, rechteckig-kaskadenförmig. Im Westen wird der Felsboden allmählich zur steilen Erdrutschung. Von der Kryglyj Halle führt nach Norden ein etwa 55 Meter langer niedriger Gang. Seine Breite beträgt 3,5 bis 5 Meter, Höhe - 0,9 bis 1,5 Meter. Der Boden ist mit Lehm bedeckt. Der Gang endet mit einem Siphon.
Das Territorium der Höhle ist im Grunde genommen trocken. Es gibt 2 Wasserströmungen: die nördliche und südliche. Die nördliche Wasserströmung ist 30 Meter lang, die südliche - 20 Meter. Für die Höhle "Golubinskij Prowal" sind Eisgebilde und wasser-mechanische Ablagerungen typisch. Eisgebilde sind im unterkühlten Eingangsteil der Höhle gebildet. Im Laufe des ganzen Jahres entstehen hier neue Eiskristalle, Eisangüsse, Reif. Hier existiert langjähriges Eis: Deckeis, Gangeis, Firn. Im unbeständigen Winter werden Linsen der Überkühlung in Kleinritzen der Wände und auf dem Höhlenboden gebildet. Sie kann man noch 100 Meter ferner von der Halle "Forum" beobachten.
Lehm, Aleuriten, Ton, Sandlinsen sind wasser-mechanische Ablagerungen der Höhle. Die Maximaldichte beträgt 3,7 Meter. Im Lehm gibt es 2 Schichten von radialstrahligem Gips und Flecken von Karbonatverwitterungskruste. Der Alter der Sedimente beträgt etwa 10,2 -7,8 Jahrtausende. Karbonatangüsse sind sehr seltene und wertvolle Verzierung der Höhle.
In der Höhle verbringen Fledermäuse den Winter. Sie bewohnen den wärmeren Höhlenteil, Spalten und schwer zugängliche Orte. Sie kann man nur bei der sorgfältigen Beobachtung merken.
Der Haupttunnel der Höhle ist leicht begehbar. Die Höhle wird stark von Touristen und Einheimischen besucht.