Das Mühlenhaus steht auf einem einzelnen dicken Pfahl, um den das gesamte Gehäuse in den Wind herumgedreht wird.
Für den Pfahl wurden gewöhnlich Lärchenstämme von großem Durchmesser verwendet. Die Pfahlwindmühlen im Pomorenland (Weißmeerküstenland) unterscheiden sich von den anderen Pfahlwindmühlen durch eine besondere Konstruktion.
Das zweistöckige Mühlenhaus steht auf einem hohen, rechteckigen und in Höhe enger werdenden Holzwerk. Die Müllereimaschine bestand aus der Daumenwelle und dem Zapfenzahnrad, sie befand sich im ersten Stockwerk, der Mühlgang befand sich im zweiten Stockwerk. An der linken Seite des Mühlenhauses befand sich der Eingang mit der freihängenden Treppe. Sie berührte den Boden nicht und störte somit die Drehbewegung des Mühlenhauses nicht.
Im Bau des Mühlengehäuses wurden keine Nägel verwendet, in der Maschinerie gibt es eine minimale Zahl von Metallteilen. Das Mühlenhaus wurde mittels eines in der hinteren Wand gefestigten Hebels gedreht.
Die Mühle konnte sowohl am Hebel von 2-3 Menschen bewegt werden, als auch mit einem Wallrad und den um das Mühlenhaus in die Erde gerammten Pfählen.
Die Windmühle war kein überlebenswichtiger Bau für den Bauer im Unterschied, z.B., zu Badehaus (Banja) oder Getreidelager. Sie war eher ein Anzeichen von Gediegenheit, Güte des Haushaltes, ein Messwert des Ansehens für ihren Besitzer. Es war auch eine zusätzliche Einkommensquelle, da der Besitzer auch das Getreide der Nachbarn gegen Bezahlung gemahlen hatte.
In den Bezirk Mesen gelangten die Pfahlwindmühlen mit den Aussiedlern von Nowgorod, wo sie bis zum 18. Jahrhundert verbreitet waren und später von den fortschrittlicheren Modellen abgelöst wurden.
Windmühlen dieses Typs waren im Mesen Bezirk, im nördlichen und zentralen Teil des Pinega Bezirkes, in der Umgebung von Archangelsk und an den Sommer- und Winterküsten des Weißen Meeres verbreitet.
Im Bezirk Mesen war es nicht selten, dass in einem Ort sowohl Wind- als auch Wassermühlen gebaut wurden. Ende des 18. Jahrhunderts gab es in der Stadt Mesen 16 Windmühlen, im Bezirk Mesen, einschl. Ust-Zilma und Pustozersk, 11 Wasser- und 32 Windmühlen mit einem Paar Mühlsteine.
Mitte des 19. Jahrhunderts gab es in der Archangelsker Region 222 Tausend Einwohner, dafür gab es 264 Wasser- und 1116 Windmühlen. In 1870 gab es im Bezirk Mesen 60 Mühlen, in Asapolje -12, in Kimsha - 10, in Mesen und Lamposhnja - je 5 Mühlen, in Pogoreletz - 3.
Nach einigen Angaben betrug die Gesamtzahl der Mühlen in der Region Archangelsk 1200 - 1500 Stück. In den großen Dörfern (z.B., im Dorf Asapolje des Bezirkes Mesen) gab es bis zu 30 Mühlen.
Einige Mühlen wurden auch in den Kolchosen (sowjetische landwirtschaftliche Betriebe) bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts benutzt. Aber mit der Zeit waren sie verfallen und zwecks der Befreiung des Ackerlandes abgebaut.
So sind am Anfang des 21.Jahrhunderts nur 8 Mühlen solchen Typs in Mesen Bezirk erhalten geblieben. Zwei von denen befinden sich im Mesen Teil des Freilichtmuseums "Malyje Korely": eine Windmühle wurde aus dem Dorf Zelegora (Mühle des Bauers Obroskow) und die zweite aus dem Dorf Asapolje (Mühle des Bauers Judin) gebracht.
Weitere 6 Windmühlen kann man an ihrem ursprünglichen Bauort beobachten: 2 in Leschukonskij Bezirk (Dörfer Kesloma und Malaja Nisogora), 4 - in Mesen Bezirk (Windmühle des Bauers Derjagin und Windmühle des Bauers Woronuchin im Dorf Kimsha, Windmühle des Bauers Drannikow und Windmühle der Gebrüder Wodynin im Dorf Pogoreletz).